SV Sattelbach vs. SV Robern 4 : 2
SV Sattelbach vs. SV Robern 4 : 2
Quelle: fupa.net
RNZ 05.06.2026 Die Anspannung in beiden Lagern war schon weit vor dem Spiel zu spüren. Hier die Gelb-Schwarzen aus Robern, die den „Betriebsunfall“ letztes Jahr gegen Neckarzimmern mit dem Aufstieg schnellstens wieder ad acta legen wollten, da die schwarz-weißen Alemannen, die nach einer Katastrophen-Saison den „Super-Gau“ Abstieg verhindern wollten. Die Fans waren gut drauf, und so gab es trotz des regnerischen und sehr windigen Wetters eine tolle Feiertags-Kulisse. Die Zuschauerzahl von knapp 1600 Männern und Frauen spricht Bände, und dem Organisator SV Wagenschwend gilt an dieser Stelle ein Lob.
Stadionsprecher Benjamin Sigmund hatte grade noch von einem erwartbar ausgeglichenen Duell gesprochen, da zeigte sich das schon auf dem Platz. Marcel Wann zielte auf SVS-Seite knapp vorbei, und fast im Gegenzug ging Robern in Minute drei früh in Führung. Ein weiter Freistoß von Roberns Kapitän Adrian Kuhn konnte vom SVS nicht geklärt werden, und plötzlich fiel der Ball dem fleißigen Roberner Nachwuchstalent Marcel Hoppe vor die Füße. Der ließ sich nicht lange bitten und schob zur Führung für den A-Ligisten ein.
Ein Start nach Maß, aber halt nicht lange: Sattelbach kombinierte mit schnellen Passfolgen, und weil die Roberner zeitweise etwas zu viel Abstand zu ihren Gegnern hatten, konnte Yannik Frank in der 8. Minute unbedrängt flanken, und SVS-Goalgetter Markus Mackamul ebenso ungestört zum Ausgleich einschieben. Doch es kam für den SVR noch schlimmer. Ein wohl als Flanke gedachter, eigentlich harmlos daher kommender, Ball wurde von Abwehrmann Sasha Bauer so unglücklich abgefälscht, dass er am chancenlosen Keeper Robin Petzl zum 2:1 für den Kreisliga-Vertreter ins eigene Netz kullerte.
„Kopf hoch Jungs“ war von den Roberner Fans zu hören, die dann in der 25. Minute jubeln durften. Marco Cabraja hatte Platz, spielte zwei Mann aus und ließ mit einem trockenen Flachschuss SVS-Keeper Opitz keine Chance. Danach gab es noch weitere Chancen, doch Opitz und Petzl waren bei Aktionen von Wann und Cabraja auf dem Posten. Es roch nicht nur nach leckerer Bratwurst, sondern nach einem Remis zur Pause. Daraus wurde aber nichts, denn in der Nachspielzeit war die SVR-Abwehr wieder mal nicht auf der Höhe, Marcel Wann konnte flanken und Torjäger Markus Mackamul tat das, was ein Stürmer seiner Klasse halt tun muss. Er nahm das Ding an, umspielte den Keeper, netzte ein und drehte zum Jubel ab.
So wurde mit der nicht unverdienten SVS-Führung die Seiten gewechselt, was an diesem Abend nicht unwichtig war. Robern spielte jetzt nämlich mit dem Wind im Rücken. „Und das“, so meinte Heiko Throm der etatmäßige SVR-Coach, „kann noch entscheidend werden“. Er durfte das allerdings nur in einem Gespräch mit Fans und nicht gegenüber seiner Mannschaft äußern, denn der SVR-Coach musste ein kurzfristig verhängte „Trainersperre“ – d.h. kein Coaching und kein Kontakt zum Team – absitzen.
Sattelbach stellte sich aber gut auf den Gegenwind ein, und so gab es in den ersten zwanzig Minuten nach der Pause wenig Zwingendes. Die Zuschauer hatten mehr mit dem Wind und den orkanartigen Böen zu kämpfen. Wohl entscheidend dann die 65. Minute. Erst flog im starken Wind ein gelber Luftballon von der Fan-Choreografie davon – und dann Roberns Co-Trainer Marco Cabraja vom Platz. Der Schiri wertete eine unnötige Aktion Cabrajas in Höhe der Mittellinie wohl als Nachschlagen bzw. Tätlichkeit und zog glatt rot.
Alle Proteste halfen nichts, ab sofort hieß es elf gegen zehn. Diese Reduzierung zog den Schwarz-Gelben etwas den Stecker, wenngleich die ersten Krämpfe bei SVS-Akteuren auftraten. Sattelbach nutzte die zahlenmäßige Überlegenheit und erspielte sich gute Möglichkeiten, doch Roberns wackerer Keeper Robin Petzl hielt, was zu halten war. So blieb das Ding lange offen, und Robern zog fünf Minuten vor Abpfiff mit der Einwechslung von Manuel Ehret sogar noch den „Relegations-Joker“.
Doch der stach nicht. Im Gegenteil. Nach einer Ecke von Yannick Frank, der zu den auffälligsten Alemannen gehörte, standen gleich zwei Sattelbacher blank, und Dominic Tomic traf per Kopf zum 4:2 Endstand. Diese Führung geriet nur noch einmal bei einer Hasselbach-Offensivaktion in Gefahr, doch letztlich spielte der Kreisligist das Ergebnis auch in der Nachspielzeit souverän runter. Die Grätsche von Geier gegen Robin Petzl im Roberner Tor hätten sich die Sattelbacher deshalb ebenso sparen können, wie die Pyrotechnik mit dem dichten schwarz-weißen Rauch. Letztlich bleibt nach einem abwechslungsreichen, aber kalten und nassen Fußballabend alles beim Alten. Sattelbach spielt nächstes Jahr Kreisilga, Robern muss weiter in der A-Klasse ran.
Quelle:RNZ